«Wir schauen dem Sport tief ins Herz»


Die Coronakrise erschüttert den Schweizer Sport in seinen Grundfesten. Jürg Stahl, Präsident von Swiss Olympic, erklärt, warum er darin eine grosse Chance sieht.

Interview und Text: Daniel Zobrist und Stephan Santschi Foto: Alexander Wagner

Und plötzlich war Schluss. Mitte März kam der gesamte Schweizer Sport wegen des Ausbruchs des Coronavirus und dem daraus resultierenden Lockdown zum Stillstand. Leuchtturm-Charakter hatte die Verschiebung der Olympischen Sommerspiele von Tokio ins Jahr 2021. «Doch das war für uns fast die einfachste Geschichte», sagt Jürg Stahl, der Präsident von Swiss Olympic. «Klar gibt es nun einen Mehraufwand, wenn die Selektionen und die Organisation der Reisen neu aufgegleist werden müssen. Für viele Athleten ist zudem die Lebensplanung auf den Kopf gestellt, weil sie im Vierjahres-Zyklus leben.» Nächstes Jahr würden aber voraussichtlich 100 bis 110 Sportler nach Tokio entsendet, und damit gleich viele, wie es in diesem Jahr gewesen wären. Im Grossen und Ganzen verschiebe sich das Programm der Delegation also lediglich um ein Jahr. «Richtig durchgeschüttelt wird der Schweizer Sport erst nach der Coronakrise.» In zwei bis drei Jahren. Die Coronakrise bedroht das Sportsystem als Ganzes, dazu zählen neben den Profis auch der Nachwuchs- und Breitensport, sowie die Veranstalter. «Wir zählen in der Schweiz rund 19’000 Vereine, ihr Budget bewegt sich im Durchschnitt zwischen 100’000 und 200’000 Franken. Wenn nun jeder von ihnen aufgrund der Absage eines Grümpelturniers oder eines Sponsorenanlasses 10’000 Franken verliert, kumuliert sich das zu einer gewaltigen Summe, die irgendwann auf uns zurückschlagen wird», sagt Stahl und er betont: «Jetzt geht es darum, dem Schweizer Sport tief ins Herz zu schauen und mit Selbstvertrauen über das zu reden, was gut funktioniert. Jetzt geht es darum, die nächsten Entwicklungsschritte einzuleiten, um die Qualität unseres Sports zu sichern.»

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